Startseite von Radsportonline.com || 95 Jahre Täve – Erinnerungen, die verpflichten

Lieber Täve, wir gratulieren Dir von Herzen zu Deinem 95. Geburtstag. Dein Leben erinnert uns daran, wie wertvoll Frieden ist – und wie wichtig es bleibt, dafür einzustehen.

Im Namen aller Freunde des Radsports

Dein Team von "Radsportonline.com"

Günter Grau (Ehrenpräsident des LV Sachsen-Anhalt), Reiner Buchheim, Kurt Liebeskind, Olaf Bruch, Raimund Dinter, Karel Gerolt, Peter Petzold, Hartmut Kern, Dr. Lutz Mögling, Dr. Wolfgang Arendt, Bernd Gohr, Rudi Drebenstedt, Joachim Becker,
Richard Kieren, Dieter Klaschka und Rüdiger Sczcepanski.

"Die DDR als Sportnation entstand durch das Selbstbewusstsein, das ihr die Siege eines Täve Schur gaben." (Zitat Olaf Ludwig)

Zu seinem 95. Geburtstag wurde Täve eine besondere Ehre zuteil. Sein Radsportonline-Team überreichte ihm ein festlich gestaltetes Fotobuch mit dem Titel „Täve Schur – ein Leben lang ein Champion“.

Dieses Werk ist weit mehr als eine Sammlung von Bildern. Es ist eine Hommage an ein außergewöhnliches Lebenswerk. In eindrucksvollen Fotografien und bewegenden Momentaufnahmen sind die großen Ehrungen versammelt, die Täve nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn erfahren durfte. Sie erzählen von Respekt, Anerkennung und tiefer Dankbarkeit gegenüber einem Mann, der den Radsport geprägt hat wie kaum ein anderer.

Überreicht wurde das Buch von den beiden Gründungsvätern des Radsportportals für Mitteldeutschland, Reiner Buchheim und Günter Grau. In diesem Augenblick verdichteten sich Jahrzehnte sportlicher Geschichte, persönlicher Verbundenheit und gemeinsamer Leidenschaft für den Radsport.

Das Fotobuch steht sinnbildlich für ein Leben voller Disziplin, Hingabe und Größe – für einen Menschen, der nicht nur als Champion im Sattel, sondern auch als Persönlichkeit Vorbild und Inspiration geblieben ist.

 

Wenn Täve von früher erzählt, wird es still im Raum. Mit 95 Jahren blickt er auf ein Leben zurück, das geprägt ist von Extremen: von den Schrecken des Krieges und von großen Momenten des Erfolges.

Als 15-jähriger Junge erlebte er die Bombardierung Magdeburgs. Die Bilder von Feuer, Zerstörung und Angst haben ihn nie losgelassen. Noch heute spürt man, wie nah ihm diese Erinnerungen gehen. Krieg, das ist für Täve kein Begriff aus dem Geschichtsbuch. Es ist erlebte Wirklichkeit.

Er erinnert dabei auch an einen Gedanken, den einst Carl von Clausewitz formulierte: Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Für Täve ist dieser Satz Mahnung – denn er weiß, was diese „anderen Mittel“ bedeuten: Tod, Leid, Verlust und unsagbare Zerstörung.

Vielleicht wurde gerade deshalb der Radsport für ihn zu etwas Größerem. Nach den dunklen Jahren fuhr er als Radrennfahrer über die Straßen Europas – auf den Straßen des Friedens. Zweimal gewann er die legendäre Internationale Friedensfahrt, zweimal wurde er Weltmeister. Doch Titel und Siege waren für ihn mehr als persönlicher Erfolg. Sie standen für eine Zeit, in der die Menschen – gezeichnet vom Krieg – geschworen hatten: Nie wieder darf so etwas geschehen.

Die Internationale Friedensfahrt war damals ein Symbol der Hoffnung. Täve war eines ihrer prägenden Gesichter. Wo einst Bomben fielen, rollten nun Rennräder. Wo Feindschaft herrschte, begegnete man sich im sportlichen Wettstreit.

Heute, mit 95 Jahren, ist seine Botschaft aktueller denn je: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er muss gewollt, bewahrt und verteidigt werden – jeden Tag aufs Neue.


95 Jahre Täve - Erinnerungen, die verpflichten

So wurde dieser Geburtstag nicht nur zu einem persönlichen Fest, sondern zu einer Würdigung eines Lebens, das Generationen bewegt hat – auf zwei Rädern und weit darüber hinaus.

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