Radsportonline-Startseite || Nachruf Günter Auerswald

Günter Auerswald

Zum Gedenken an Günter Auerswald

Geboren am 27. Juni 1936 – verstorben am 20.11.2025

Mit Günter Auerswald verliert der Radsport in Chemnitz und weit darüber hinaus eine prägende Persönlichkeit der DDR-Radsportgeschichte – einen erfolgreichen Athleten, engagierten Trainer und geschätzten Sportsmann.

Seinen sportlichen Weg begann Günter Auerswald bereits früh in Karl-Marx-Stadt. Im Alter von 16 Jahren trat er der Betriebssportgemeinschaft Motor Diamant Karl-Marx-Stadt bei und machte rasch durch außergewöhnlichen Fleiß und Talent auf sich aufmerksam. Schon in den frühen 1950er-Jahren feierte er erste Erfolge im Nachwuchsbereich und wurde mehrfach DDR-Jugendmeister im Mannschaftsfahren auf Bahn und Straße.

Ab Mitte der 1950er-Jahre entwickelte er sich zu einem festen Bestandteil des leistungsorientierten Radsports der DDR. 1957 errang er mit dem SC Motor Karl-Marx-Stadt die Vizemeisterschaft der DDR-Junioren in der 4000-Meter-Mannschaftsverfolgung. Kurz darauf fand er seine sportliche Heimat in einer der anspruchsvollsten Disziplinen des Bahnradsports: dem Steherrennen.

Zwischen 1958 und 1966 gehörte Günter Auerswald zur nationalen Spitze der DDR-Steher. In dieser Zeit bestritt er 191 Steherrennen, gewann 49 davon und stand insgesamt über 100-mal auf dem Siegerpodest. Viermal – von 1962 bis 1965 – errang er die Silbermedaille bei DDR-Meisterschaften, stets hinter den dominierenden Namen seiner Epoche. Besonders erfolgreich war seine Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Schrittmacher Erich Krüger, mit dem er zahlreiche Siege auf DDR-Radrennbahnen einfuhr.

Auch international vertrat Günter Auerswald den DDR-Radsport, unter anderem bei Rennen in der Tschechoslowakei sowie bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft 1965 in San Sebastián. Ende des Jahres 1966 beendete er seine aktive Laufbahn.

Dem Radsport blieb Günter Auerswald jedoch weiterhin eng verbunden. Nach seiner Ausbildung zum Fernmeldetechniker stellte er sein Wissen und seine Erfahrung als Trainer im Sportclub Karl-Marx-Stadt in den Dienst des Nachwuchses. Mit großem Engagement, Disziplin und Sachverstand prägte er Generationen junger Radsportler und war für viele nicht nur Trainer, sondern Vorbild.

Günter Auerswald steht exemplarisch für eine Zeit, in der sportlicher Erfolg, Kameradschaft und persönliche Bescheidenheit eng miteinander verbunden waren. Sein Name bleibt untrennbar mit der Radsportgeschichte in Sachsen verbunden. Es blieb ihm leider verwehrt, am 3. März 2026 sein 25-jähriges Jubiläum in der Bundes-Ehren-Gilde zu erleben.

Wir werden Günter ein ehrendes Andenken bewahren.


Im Namen aller Radsportfreunde

Täve Schur, Olaf Bruch, Dr. Reinhard Buchheim, Günter Grau, Gunter Hoffmann, Kurt Liebenskind, Dr. Lutz Mögling, Dr. Wolfgang Arendt, Raimund Dinter, Karel Gerolt, Dieter Klascka, Rudi Drebenstedt, Bernd Gohr, Peter Petzold, Hartmut Kern, Richard Kieren, Rüdiger Sczcepanski und Klaus Angres.
(alle Täve-Team-online)


Günter Auerswald

BEKANNTE GESICHTER. Bei einer Siegerehrung präsentiert Steher-Obmann Erich Wedermann den Sieger des Wettbewerbs, Karl Kaminski, daneben stehen Günter Auerswald, hier gehalten von Konrad Pirl, und dessen Schrittmacher Erich Krüger (von links nach rechts).

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Die Fotos wurden dem Radsportportal für Mitteldeutschland vom Buchautor Bernd Gohr zur Verfügung gestellt.
Sie stammen aus seinem Buch "Zeitzeugen Band 3" über E. Eichholz, G. Auerswald und E. Butzke.

Die Bildrechte liegen bei Bernd Gohr, die der Fotomontage und der colorierten Fotos beim Täve-Team-online.
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