Weggefährten des Thüringer Radsports
Der ehemalige Vizegildemeister Kurt Liebeskind hatte zum diesjährigen Thüringer Gildetreffen nach Elxleben eingeladen. In geselliger Runde tauschten ehemalige und aktive Weggefährten Erinnerungen aus, sprachen über gemeinsame Erlebnisse und pflegten ihre Verbindung zum Radsport.
Ältester Teilnehmer war Horst Lehmann, der mit 89 Jahren noch immer eng mit dem Radsport verbunden ist. Er war viele Jahre als Lehrer und Schuldirektor tätig und engagierte sich darüber hinaus als Übungsleiter in Elxleben sowie als Kampfrichter. Für seine Verdienste wurde er zum Ehrenmitglied des Thüringer Radsportverbandes ernannt. Zum Treffen begleitete ihn seine Ehefrau.
Auch Gerhard Böttner blieb dem Radsport nach seiner aktiven Zeit eng verbunden. Als Bezirkstrainer in Erfurt gab er seine Erfahrung und sein Wissen an die nächste Generation weiter.
Erfahrung aus vielen Jahrzehnten
Mit dabei waren außerdem Frank Zülke, ehemaliger Trainer beim SC Turbine Erfurt, sowie Waldemar Gerlitz, der ebenfalls als Trainer beim SC Turbine Erfurt und als Lehrer an der Kinder- und Jugendsportschule in Erfurt tätig war.
Peter Krüger war einst Radrennfahrer, später Übungsleiter und Kommissär im Landesverband Erfurt. Bernd Heydorn fuhr für den SC Turbine Erfurt und wurde Auswahlfahrer in der A-Jugend. Willi Fischer gehörte ebenfalls zu den früheren Rennfahrern des SC Turbine Erfurt. Sein Sohn Sven Fischer zählt mit vier Olympiasiegen, 20 WM-Medaillen und mehreren Weltcupsiegen zu den erfolgreichsten Biathleten seiner Generation.
Wechsel im Amt des Vizegildemeisters
Kurt Liebeskind informierte die Thüringer Mitglieder der Bundes-Ehren-Gilde über den aus gesundheitlichen Gründen erforderlichen Wechsel in der Funktion des Vizegildemeisters. Das Amt wird aktuell von Olaf Bruch kommissarisch ausgeübt.
Auch Thomas Huschke aus Berlin war eingeladen. Als Mitglied der Bundes-Ehren-Gilde hat er eine besondere Verbindung nach Erfurt. Olaf Bruch, Jahrgang 1960 und damit das „Küken“ des Thüringer Treffens, erinnerte sich mit viel Selbstironie an seine eigene Kinder- und Jugendzeit im Radsport.
„Der Radsport lehrte mich vor allem eines: Man muss einen unbändigen Willen haben, kräftig in die Pedale treten und darf nicht jammern, wenn der Wind von vorne kommt.“
Zeitreise auf der Radrennbahn Andreasried
Kurt Liebeskind wollte Thomas Huschke und Olaf Bruch die derzeit in Sanierung befindliche Radrennbahn Andreasried zeigen. Zufällig traf die Gruppe am zunächst verschlossenen Gelände auf Jörg Werner, der ihnen das Tor öffnete. Aus der geplanten Besichtigung „über den Gartenzaun“ wurde so eine unmittelbare Begegnung mit einem bedeutenden Ort der Erfurter Radsportgeschichte.
Jörg Werner ist dem Erfurter Radsport nach seiner aktiven Laufbahn treu geblieben – unter anderem als Sportlicher Leiter und Teamchef. Vielen ist er zudem als Radsportmanager zahlreicher deutscher Radprofis bekannt.
Für Thomas Huschke wurde der Besuch zu einer besonderen Zeitreise. Während seiner langen und erfolgreichen Radsportkarriere fuhr er unter anderem für Motor Optima Erfurt. Beim Rundgang wurden viele Erinnerungen an seine frühere Trainings- und Wettkampfstätte wach, die er mit Geschichten und Anekdoten lebendig werden ließ.
Auch für Olaf Bruch war der Besuch etwas Besonderes. Zwar war er selbst nie auf der Erfurter Bahn gefahren, hatte dort aber zahlreiche Wettkämpfe als Zuschauer erlebt.
Erinnerungen, die weiterleben
Das Thüringer Treffen der Bundes-Ehren-Gilde in Elxleben machte deutlich, wie eng die Menschen im Radsport auch nach Jahrzehnten miteinander verbunden bleiben. Namen, Orte und Radrennbahnen wecken Erinnerungen – und aus diesen Erinnerungen entstehen Geschichten, die es wert sind, weitergegeben zu werden.
Ein herzlicher Dank gilt Kurt Liebeskind für die Einladung und die Organisation des Treffens.