Am 21. August 2026 feierte Wolfgang Schoppe seinen 85. Geburtstag. Der am 21. August 1941 in Leipzig geborene Radsportenthusiast hat den deutschen Radsport über viele Jahrzehnte geprägt. Zunächst selbst als Radrennfahrer aktiv, engagierte er sich später als Funktionär, Organisator, Journalist und Buchautor.
Engagement für den Sport jenseits der Sportklubs
Bereits in der DDR setzte sich Schoppe besonders für den Rennsport außerhalb der staatlich geförderten Sportklubs sowie für den Senioren- und Stehersport ein. Damit widmete er sich Bereichen, die im offiziellen Sportsystem weniger Aufmerksamkeit erhielten, für die Breite und Tradition des Radsports jedoch von großer Bedeutung waren.
Haltung und Zivilcourage
Besonderen Mut bewies Wolfgang Schoppe, als er sich für den politisch verfolgten Radrennfahrer Wolfgang Lötzsch starkmachte. Weil er eine Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit ablehnte, musste er berufliche Nachteile hinnehmen und durfte zeitweise nicht als Sportfunktionär tätig sein.
Ein sichtbares Zeichen für die deutsche Einheit
Nach der politischen Wende wurde Wolfgang Schoppe letzter Präsident des Deutschen Radsport-Verbandes der DDR. Bei den Bahn-Weltmeisterschaften 1990 in Maebashi setzte er gemeinsam mit dem damaligen BDR-Präsidenten Werner Göhner ein eindrucksvolles Zeichen für die Einheit: Beide ließen die trennenden Gitter zwischen den Mannschaftsbereichen der beiden deutschen Verbände entfernen.
Funktionär, Autor und Archivar
Später wirkte Schoppe bis 2013 als Vizepräsident des Bundes Deutscher Radfahrer für Breiten- und Seniorensport. Als Radsportarchivar, Redakteur und Autor mehrerer Bücher bewahrt er wichtige Kapitel der deutschen Radsportgeschichte und macht sie für nachfolgende Generationen zugänglich.
Für sein langjähriges Engagement wurde er unter anderem zum Ehrenmitglied des BDR ernannt. Im Jahr 2022 erhielt er den Sächsischen Verdienstorden.
Beim Radsportlertreffen 2013 in Pietzpuhl bei Magdeburg (von links): Wolfgang Schoppe, August Höhne, Hansi Rusczyk und der damalige Radsportpräsident Günter Grau. Autoren: Günter Grau und Reiner Buchheim
Fotos: Radsportarchiv Schoppe (3) und Reiner Buchheim (4)
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