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Gedenkfeier zum 70. Todestag von Erich Schulz in Rollsdorf (Nähe Höhnstedt)Auf Initiative des Leiters des Friedensfahrtmuseums, Horst Schäfer, trafen sich am 11.07.2026 rund 20 alte und junge Radsportler am Gedenkstein bei Rollsdorf, um an den Meister des Sports Erich Schulz zu erinnern, der dort vor 70 Jahren tödlich verunglückte.
Rund 20 aktive und ehemalige Radsportler folgten der Einladung von Horst Schäfer und trafen sich am 11. Juli 2026 zur Gedenkfeier am Gedenkstein in Rollsdorf.
An dieser Stelle verunglückte der Meister des Sports Erich Schulz 1956 tödlich. Noch Ende 1956 wurde von der Sportführung der DDR beschlossen, einen Gedenkstein an der Straße bei Rollsdorf zu errichten. Zur Finanzierung spendeten Vereine, Organisationen, Sportfreunde und andere Einzelpersonen insgesamt 634 Mark. Es wurde ein zur Formgebung und Beschriftung bearbeiteter Naturstein errichtet. Er konnte dann am 14.04.1957 eingeweiht werden. Bei der 17. Friedensfahrt 1964 führte die Etappe von Leipzig nach Erfurt auf dem damals noch immer nicht asphaltierten Granit-Kopfsteinpflaster an der Gedenkstätte vorbei. Zum Glück hatte es nicht geregnet, sodass die gefährliche Stelle ohne Stürze passiert werden konnte, zumal auf dem veröffentlichten Bild kein Fahrer mit einer Sturzkappe zu sehen war. 1957 hatte man in der DDR bereits das Tragen von Sturzkappen eingeführt.
Zwei Mitglieder des Täve-Teams am Gedenkstein: Dr. Lutz Mögling und Dr. Wolfgang Arendt (von links). Sie berichten für uns direkt vor Ort mit Bildern und dem Bericht von der Gedenkfeier.
Raimund Dinter liest aus dem Buch über seinen Vater „Paule“ vor. Es würdigt die Friedensfahrt-Helden der frühen 1950er Jahre, Paul „Paule“ Dinter und Erich Schulz.
Radrennen in Höhnstedt und das GedächtnisrennenVon 1998 bis 2011 fanden in Höhnstedt auf einem Rundkurs Radrennen in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen statt. Veranstalter war der Weinbauverein. Als Organisator und Wettkampfleiter wirkte Gunter Hoffmann, unterstützt von Wolfgang Terpe – beide frühere Spitzensportler.
Vorbei am Gedenkstein fanden von 1998 bis 2011 auf einem Rundkurs des Weinbauvereins Radrennen statt. Zu den damaligen Veranstaltern gehörten der Vorsitzende des Radsportvereins Eisleber-RC, Wilfried Brahmann, (links im weißen Trikot) und Dr. Lutz Mögling (rechts).
Im Rahmen dieser Radsportrennen trug eine kleine Gruppe ehemaliger Aktiver, insbesondere des SV Post Berlin, ein Erich-Schulz-Gedächtnisrennen unter sich aus. Sie fuhren auf dem schwierigen Kurs eine Runde von 12,5 km. Vorher legten sie einen Kranz am Gedenkstein nieder. 2006 gab Täve Schur den Startschuss zur Rennveranstaltung, unter anderem auch zum Gedächtnisrennen. Es war das letzte Rennen der Berliner Radsportler. Danach starteten 2007 in Höhnstedt Senioren gemeinsam in den Kategorien 50 und 60 Jahre letztmalig in einem Gedenkrennen. Der Hallenser Günter Gottlieb gewann von 1998 bis 2001 viermal in der Altersklasse 50. Beim letzten stattgefundenen Rennen 2011 errang er in der Altersklasse 60 den 1. Platz. Zunächst waren es die langjährigen Bauarbeiten um Höhnstedt, dann die neuen hohen Auflagen, die eine Weiterführung der Radrennen verhinderten. Das alljährliche größere Erich-Schulz-Gedächtnis-Rennen nur mit Elitefahrern führte von Berlin über Angermünde nach Berlin zurück. Es wurde von 1957 bis 1990 ausgetragen. Der Weg zum SpitzensportlerDie Radsportzeitung der DDR zeichnete bereits 1952 in einer sechsteiligen Folge Erichs sportlichen Lebensweg bis zu diesem Zeitpunkt auf. Der Bericht begann damit, dass der zehnjährige Erich auf dem Fahrrad eines Schulkameraden versuchte, das Radfahren zu erlernen. Es folgten Schilderungen über seine Entwicklung bis zum Spitzensportler. Erich berichtete ausführlich von seinem schwer erkämpften ersten Rundfahrtsieg 1952. Diese Rundfahrt stand unter dem Motto „Für Einheit, Frieden, Demokratie und Sozialismus". Bei den folgenden Rundfahrten hatte man auf weitere Parolen verzichtet.
Erich Schulz (links; Mannschaftskapitän 1953 und 1954) und Paul Dinter (rechts; Mannschaftskapitän 1951 und 1952) führten das DDR-Team bei der Internationalen Friedensfahrt in den frühen 1950er Jahren als Kapitäne an.
Die DDR-Nationalmannschaft für die Friedensfahrt 1954. Mannschaftskapitän war Erich Schulz (4. von links).
Die weiteren Radrennfahrer des DDR-Teams waren: Benno Funda, Bernhard Trefflich, Georg Stolze, Täve Schur und Lothar Meister 1.
Erichs Spitznamen waren „Eiserner Ete" oder „Klamotten-Schulz", weil er unheimlich schnell über Kopfsteinpflaster fahren konnte, sodass andere kaum nachkamen.
Erich Schulz (3.v.l.) im Jahre 1953 bei der DDR-Rundfahrt auf der 8. Etappe von Dresden nach Görlitz in der Spitzengruppe fahrend, zusammen Schatz (Halle), Funda (Berlin), Höhne (Magdeburg) und Nestler (Leipzig), der aus dieser Gruppe heraus Etappensieger wurde.
Erich Schulz im Jahre 1953 nach seinem Sieg beim Radrennen "Rund um Berlin".
2006 veröffentlichte Andreas Ciesielski das Buch „Erich Schulz: Sein Leben für den Radsport" mit Beiträgen ehemaliger Weggefährten, Fotos und interessanten Details. Ehrengäste der GedenkfeierZur Ehrung waren in diesem Jahr u. a. folgende Mitglieder der Bundes-Ehren-Gilde im Bund Deutscher Radfahrer angereist:
Horst Schäfer (Kleinmühlingen) •
Raimund Paul Dinter, 73 Jahre, Obmann von Brandenburg (Sohn des Friedensfahrers Paul Dinter) •
Dr. Lutz Mögling (Eisleben), 85 Jahre •
Dr. Wolfgang Arendt (Halle), 88 Jahre.
Die beiden Letztgenannten kamen mit dem Rennrad genauso wie viele andere jüngere Radsportler aus der Umgebung. Die Mitteldeutsche Zeitung berichtete auch wieder über das Ereignis.
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