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Das traditionsreiche Radrennen „Rund um den Magdeburger Dom“ gehört zu den ältesten Radsportveranstaltungen Sachsen-Anhalts und ist eng mit der Sportgeschichte Magdeburgs verbunden.

Die Anfänge

Das erste Rennen wurde bereits 1935 auf einem Rundkurs um den Magdeburger Dom ausgetragen. Ziel war es damals, den Radsport in der Region populärer zu machen. Schnell entwickelte sich die Veranstaltung zu einem festen Bestandteil des Magdeburger Sportkalenders.

Originales Programmheft vom 7. Oktober 1958: „7. Oktober – Preis der Volksstimme“ – ausgetragen an der Hegelstraße mit Weltmeister Gustav-Adolf Schur

Der große Höhepunkt 1959

Ein Meilenstein war das Jahr 1959. Damals startete der amtierende Straßen-Weltmeister Gustav-Adolf Schur, besser bekannt als „Täve“ Schur.

Seine Teilnahme löste einen regelrechten Besucheransturm aus. Zeitzeugen berichten von rund 50.000 Zuschauern, die den Rundkurs säumten. Damit wurde „Rund um den Dom“ zu einem der größten Radsportereignisse der DDR. Das berühmte Regenbogentrikot des Weltmeisters zog Menschen aus der gesamten Region an.

Ein Rennen ohne seinen Namen

So populär das Rennen war – seinen angestammten Namen durfte es in der DDR offiziell nicht tragen. Der Begriff „Dom“ war politisch unerwünscht. Das Rennen wurde daher an staatlich bedeutsamen Festtagen ausgetragen.

Das Programmheft von 1958 dokumentiert dies anschaulich: Gedruckt unter dem Banner „Tag der Republik“, organisiert vom DRSV Bezirk Magdeburg und der Zeitung Volksstimme, filmisch festgehalten von der DEFA-Wochenschau – ein Radrennen als Staatsveranstaltung. Für die Magdeburger Bevölkerung hingegen blieb es immer das, was es seit 1935 war: einfach „Rund um den Dom“.

Rennatmosphäre zu DDR-Zeiten auf der Hegelstraße: Dichte Zuschauerreihen säumen die Strecke in den 1950er Jahren. In der Regel säumten bis zu 50.000 Zuschauer das Magdeburger Radrennen "Rund um den Dom".

DDR-Zeit und Tradition

Auch in den folgenden Jahrzehnten blieb das Rennen populär. Offiziell wechselten die Bezeichnungen teilweise, doch für die Magdeburger blieb es schlicht „Rund um den Dom“. Die Veranstaltung spiegelte die große Radsportbegeisterung wider, die durch die Friedensfahrt und Fahrer wie Täve Schur in der DDR entstanden war.

Pause nach der Wende

Nach der Austragung am 3. Oktober 1990 verschwand das Rennen zunächst aus dem Kalender. Gründe waren die Umbrüche nach der deutschen Wiedervereinigung und die veränderten Rahmenbedingungen im Radsport. Erst viele Jahre später gelang eine Wiederbelebung.

Die Wiederbelebung

Siegerehrung 2006: Ralf Grabsch (Mitte, blau/Milram) gewinnt das Neustart-Rennen nach 16 Jahren Pause.
  • 2006: Neustart des Rennens nach 16 Jahren Pause.
  • 2007: Zweite Auflage der Neuzeit.
  • 2008–2011: Erneute Unterbrechung wegen fehlender Sponsorengelder.
  • 2012: Erneute Austragung.
  • 2024: Nach längerer Pause wurde das Radrennen "Rund um den Dom" als großes Jedermann- und Nachwuchsevent neu belebt.
  • 2025 und 2026: Erfolgreiche Fortsetzung mit einer Teilnehmerzahl im höheren dreistelligen Bereich und mehreren tausend Zuschauern.
Podium 2012 Rund um den Dom Magdeburg – Danilo Hondo, Marcel Kittel, Fabian Wegmann
Podium 2012 beim Profiradrennen „Rund um den Dom“: Sieger Danilo Hondo (Bildmitte) bei der Siegerehrung. Die weiteren Podiumsplätze belegten Marcel Kittel und der damalige Deutsche Meister Fabian Wegmann. Die Siegerehrung übernahm der damalige Oberbürgermeister von Magdeburg Dr. Lutz Trümper.

Warum das Rennen besonders ist

Das Peloton in voller Fahrt beim Profirennen der Neuzeit – dichte Zuschauermassen und Cheerleader am Streckenrand
  • Austragung direkt vor der beeindruckenden Kulisse des Magdeburger Doms.
  • Fast 90-jährige Tradition.
  • Enge Verbindung zur DDR-Radsportgeschichte.
  • Auftritt von Radsportlegenden wie Täve Schur.
  • Erfolgreiche Wiederbelebung als Volks- und Nachwuchssportereignis.

Eine kleine Kuriosität: Obwohl das Rennen mehrfach unterbrochen wurde, sprechen viele ältere Magdeburger bis heute einfach von „Rund um den Dom“ – der Name hat die politischen und sportlichen Veränderungen der letzten neun Jahrzehnte überdauert.

Jedermann-Rennen Startszene Rund um den Dom 2024 2025
Startszene beim Jedermann-Rennen 2026: Gleich nach dem START-Banner schießt das Feld in die erste Rechtskurve – das Rennen lebte nach drei Profi-Rennen als Breitensportereignis wieder auf.

⇒ ERGEBNISSE vom Radrennen "Rund um den Dom" des Jahres 2026
⇒ Rückblick auf das letzte Profirennen "Rund um den Dom" des Jahres 2012

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Autor/Redaktion: Buchheim | Fotomontage + Kolorierung (DDR-Foto): Buchheim
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