
Gustav Adolf Schur lud kurz vor seinem 82. Geburtstag zu einer öffentlichen Veranstaltung über die Bekämpfung des Hungers in der Welt nach Heyrothsberge ein. Es referierte der Agrarwissenschaftler und Buchautor Dr. Werner Kropf zum Thema: "Wie viel Brot braucht die Menschheit". Mit großer Herzlichkeit und Anteilnahme am zunehmenden Hunger in den Entwicklungsländern trug die Berliner Sängerin Isabell Neuenfeldt ihre politischen Lieder vor. In einem Land mit vollen Regalen in den Supermärkten ist es für uns Europäer wichtig zu wissen, dass 870 Millionen Menschen nicht genug zu Essen haben und hungern müssen. Während in Amerika und Westeuropa 300 Millionen Menschen übergewichtig sind gibt es weltweit 8 Millionen Hungertode pro Jahr.
Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Weltbevölkerung täglich um 227000 Erdenbürger zunimmt. Das ist ein Zuwachs von 83 Millionen Menschen pro Jahr, der sich zu 90 Prozent in den ärmsten Ländern der Welt vollzieht.
Die Energiewende mit der "Tank-Teller-Konkurrenz" verschärft den Hunger in der Welt erheblich, da Deutschland sich nur zu 64 Prozent selbst versorgen kann und so auf weltweite Nahrungsmittelimporte angewiesen ist. Bei 7500 Biogasanlagen in Deutschland werden bereits 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Nahrungsmittelerzeugung entzogen.
Auch der zunehmende Fleischkonsum verschärft das Welternährungsproblem. Wir Deutschen essen pro Jahr 81 Kilogramm Fleisch- oder Fleischprodukte, deutlich mehr als im Durchschnitt aller Länder, der bei 39 Kilogramm liegt. Trotz optimierter Fleischproduktion werden für je 1 kg Fleisch bei Geflügel 2 kg, bei Schweinen 3 kg und bei Rindern 6 kg Tierfutter benötigt. So verfüttern wir allein in Deutschland 2,2 Mrd. Tonnen oder 35 Prozent unserer Pflanzenproduktion an unsere Nutztiere. Fleischessen ist zu einem Statussymbol geworden. Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass man mit viel weniger Fleischprodukten gesünder lebt. Einige verzichten auch ganz darauf, so wie zum Beispiel unser beliebtester Sportler aller Zeiten: Radsportlegende Täve Schur.
Die Finanzwirtschaft mit ihren zunehmenden Spekulationen verteuern die Agrarprodukte und vertiefen so die Kluft zwischen armen und reichen Ländern. Auch der Raubbau am Regenwald zur kurzfristigen Schaffung von Ackerland löst nicht den Hunger in unserer globalen Welt, sondern schafft Umweltprobleme und trägt so zur Klimaerwärmung maßgeblich bei.
Mit der Versiegelung von wertvollen Ackerböden schaffen wir uns in Deutschland ein weiteres Phänomen. 2011 wurden 100 ha pro Tag oder 37 000 ha insgesamt der Nahrungsmittelproduktion entzogen.
Das Welthungerproblem wäre lösbar, würde aber 80 Mrd. US-Dollar erfordern. Das Geld ist vorhanden, die Weltgemeinschaft müsste aber die richtigen Prioritäten setzen, für ein lebenswertes Leben aller Menschen auf unserer Erde.
Zugleich lohnt es sich darüber nachzudenken, welchen Beitrag jeder von uns dazu leisten könnte.
Appell von Täve Schur:
Brot für alle Menschen
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Dr. Werner Kropf
(Agrarwissenschaftler und Buchautor)
sprach über das Welt-
ernährungsproblem
und zeigte richtungsweisende Lösungswege auf |
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Täve Schur leitete die Veranstaltung zum Welternährungsproblem in seinem Heimatort Heyrothsberge.
Täve konnte u.a. fünf Abgeordnete des Landtages von SAH, Prof. Dieckmann und Eva Setzkorn, Ex-Kanuweltmeisterin begrüßen.
Isabell Neuenfeldt und Täve Schur